{"id":93,"date":"2018-10-30T14:01:47","date_gmt":"2018-10-30T14:01:47","guid":{"rendered":"http:\/\/bethesdabaptisten.de\/?page_id=93"},"modified":"2018-10-30T14:01:47","modified_gmt":"2018-10-30T14:01:47","slug":"was-glauben-baptisten","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/bethesdabaptisten.de\/?page_id=93","title":{"rendered":"Was glauben Baptisten?"},"content":{"rendered":"<div><b>Zusammenfassung der Unterschiede zwischen Baptisten und Protestanten.<\/b><\/div>\n<div>Im allgemeinen wird jeder einer der drei Konfessionen zugeteilt: Wer weder Jude noch Katholik ist, gilt automatisch als Protestant. Von daher werden Baptisten oft zu den\u00a0<i>Protestanten<\/i>\u00a0gerechnet, was jedoch nicht ganz den Tatsachen entspricht. Protestanten gibt es seit der Reformation im sechzehnten Jahrhundert. Unter dieser Bezeichnung fasst man Lutheraner, Reformierte etc. zusammen, die sich in der Reformation von der r\u00f6mischen Kirche l\u00f6sten, um eigene Gruppierungen zu bilden. Baptisten jedoch, die es bereits Jahrhunderte vor der Reformation gegeben hat, haben nie der r\u00f6misch-katholischen Kirche angeh\u00f6rt.<\/div>\n<div>Baptisten versuchen nicht, ihre Urspr\u00fcnge in das apostolische Zeitalter zur\u00fcckzuverfolgen, sondern machen lediglich geltend, dass es in jeder Epoche der Kirchengeschichte Gruppierungen gegeben hat, die die Glaubensgrundlage der heutigen Baptisten geteilt haben. Dazu geh\u00f6ren z.B. die Mantanisten (150 n. Chr.), Novatianer (250 n. Chr.), Donatisten (305 n. Chr.), Paulinisten (650 n. Chr.), Waldenser (1170 n. Chr.), und schlie\u00dflich die Anabaptisten, die kurz vor der Reformation auftraten. Das Zeugnis der Geschichte widerspricht der Auffassung, es habe bis Martin Luther nur eine einzige Kirche, n\u00e4mlich die r\u00f6misch-katholische, gegeben. Dies zu behaupten w\u00e4re ein schwerer Irrtum.<\/div>\n<div>Auch nicht-baptistische Quellen bezeugen das hohe Alter der Baptisten. Kardinal Hosius (1504-1579) war r\u00f6mischer Pr\u00e4lat und hatte es sich zur Lebensaufgabe gesetzt, au\u00dfer katholische Gruppierungen zu erforschen und zu unterdr\u00fccken. Papst Paul IV ernannte ihn zu einem der drei Vorsitzenden des ber\u00fchmten Konzils von Trient. Er gilt als der Experte f\u00fcr Lehren und Geschichte der nicht-katholischen Bewegungen der Nach-Reformation. Er schreibt \u00fcber die Baptisten: &#8222;H\u00e4tte man die Baptisten nicht ernstlich gefoltert und w\u00e4hrend der letzten 1200 Jahre mit dem Messer umgebracht, w\u00e4re ihre Zahl gr\u00f6\u00dfer als alle (Anh\u00e4nger der) Reformation.&#8220;\u00a0<i>(Briefe Apud Opera, S. 112\/3).<\/i>\u00a0Die Baptisten finden also ihren Ursprung 1200 Jahre vor der Reformation.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>Es gibt sechs wesentliche Merkmale in der Lehre, die die Baptisten von den Protestanten unterscheiden.<\/b><\/div>\n<div><b>(1)<\/b>\u00a0Baptisten glauben: F\u00fcr Glauben und Leben reicht\u00a0<b>Gottes Wort<\/b>, die Bibel allein aus. Im\u00a0<i>2. Timotheusbrief 3,16-17<\/i>\u00a0hei\u00dft es: Denn alle Schrift ist von Gott eingegeben und n\u00fctze zur Lehre, zur \u00dcberf\u00fchrung, zur Besserung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt. Verschiedene protestantische Kirchen halten an Glaubensbekenntnissen, Katechismen und Dogmen fest, w\u00e4hrend sich die Baptisten ausschlie\u00dflich am Wort Gottes orientieren.<\/div>\n<div><b>(2)<\/b>\u00a0Baptisten glauben:\u00a0<b>Christus<\/b>\u00a0ist das ausschlie\u00dfliche\u00a0<b>Haupt der Gemeinde<\/b>. Im\u00a0<i>Epheserbrief 5,23<\/i>\u00a0steht dazu: &#8230;wie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde&#8230; Es gibt also kein menschliches Oberhaupt der Baptisten-Gemeinden. Deshalb geh\u00f6ren die Baptisten keiner Konfession an und sind keiner Dachorganisation untergeordnet, die f\u00fcr die einzelnen Ortsgemeinden weisungsberechtigt w\u00e4re. Jede Ortsgemeinde ist unabh\u00e4ngig und hat sich lediglich vor Christus, ihrem Haupt, zu verantworten, wobei eine Baptistengemeinde Gemeinschaft mit Gemeinden gleicher Ausrichtung pflegt.<\/div>\n<div><b>(3)<\/b>\u00a0Baptisten glauben: Die Gemeinde ist unabh\u00e4ngig vom Staat. Baptisten treten entschieden f\u00fcr die\u00a0<b>Trennung<\/b>\u00a0von\u00a0<b>Kirche und Staat<\/b>\u00a0ein. Aus der Lehre Christi geht diese Trennung deutlich hervor: &#8230;So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!\u00a0<i>(Matt. 22,21<\/i>). Die Baptisten glauben, dass die Idee einer Staatskirche, an der die protestantischen Reformatoren festgehalten haben, eine Missachtung der Lehre der Heiligen Schrift darstellt.<\/div>\n<div><b>(4)<\/b>\u00a0Baptisten glauben: Jeder Mensch hat sich\u00a0<b>pers\u00f6nlich<\/b>\u00a0vor Gott\u00a0<b>zu verantworten<\/b>. Weder Priester noch Kirche k\u00f6nnen f\u00fcr uns vor Gott Rechenschaft ablegen. Kein Taufpate oder Elternteil kann sich f\u00fcr uns verantworten. Die Bibel macht dies im\u00a0<i>R\u00f6merbrief 14,12<\/i>\u00a0deutlich: So wird nun ein jeglicher von uns f\u00fcr sich selbst Gott Rechenschaft geben. Der Glauben der Eltern hat keinen Einfluss auf den Heilszustand der Kinder. Selbst die Identifizierung mit einer Religionsgemeinschaft kann nicht retten. Jeder muss sich selbst vor Gott verantworten.<\/div>\n<div><b>(5)<\/b>\u00a0Baptisten glauben: Die\u00a0<b>Taufe<\/b>\u00a0ist nicht heilsnotwendig, ist auch kein Sakrament. Sie geschieht durch Untertauchen und\u00a0<b>folgt\u00a0<\/b>der<b>\u00a0Bekehrung<\/b>. Die Baptisten bekennen sich also zur ausschlie\u00dflichen Taufe von Gl\u00e4ubigen, der Glaubenstaufe. Keiner der Reformatoren ist jedoch zu dieser biblische Lehre zur\u00fcckgekehrt. Die biblische Reihenfolge lautet sehr deutlich: Dem Glauben unserer Umkehr zu Gott folgt die Taufe. In\u00a0<i>Apostelgeschichte 2,38<\/i>\u00a0wird geschildert, wie Petrus am Pfingsttag verk\u00fcndigt hat: &#8230;Tut Bu\u00dfe und ein jeglicher von euch lasse sich taufen&#8230; Da bei der Kindertaufe keine Bu\u00dfe vorhanden ist, lehnen die Baptisten die Taufe von Babys ab und folgen der Lehre Christi und der Apostel mit ihrer Taufe von bu\u00dffertigen Gl\u00e4ubigen.<\/div>\n<div><b>(6)<\/b>\u00a0Baptisten glauben:\u00a0<b>Gemeindeglied<\/b>\u00a0kann nur sein, wer<b>wiedergeboren<\/b>\u00a0ist. Voraussetzung jeglicher Mitgliedschaft ist das pers\u00f6nliche Bekenntnis des Glaubens an Christus. Laut\u00a0<i>Apostelgeschichte 2,41<\/i>\u00a0galt in der apostolischen Gemeinde: Nur wer gl\u00e4ubig geworden war, sich von seinen S\u00fcnden abgewandt und das Wort Gottes anerkannt hatte, wurde getauft und als Mitglied in die Gemeinde aufgenommen. Eine automatische oder formelle Mitgliedschaft gibt es also in der Baptistengemeinde nicht, genauso wie es sie in der neutestamentlichen Gemeinde nicht gab.<\/div>\n<div><b>Baptisten halten also entschieden an den urspr\u00fcnglichen Weisungen Christi und den Praktiken der Apostel fest. Sie sind in der Geschichte daf\u00fcr bekannt, f\u00fcr diese Entschiedenheit sogar ihr Leben einzusetzen. Von Hans Denk, einem Baptisten des sechzehnten Jahrhunderts, stammt folgendes Wort:\u00a0<\/b><b><i>Glaube hei\u00dft, dem Wort Gottes gehorsam zu sein, ob zum Leben oder zum Tode.<\/i><\/b><b>\u00a0Vielen gereichten diese \u00dcberzeugungen zum Tode. Heute noch halten die Baptisten an dem reinen Wort Gottes als verl\u00e4sslicher Autorit\u00e4t in allen Fragen des Lebens fest. Deshalb lehnen die Baptisten auch alle menschlichen Religionstraditionen und -praktiken, die nach der Zeit der Apostel entstanden, ab.<\/b><\/div>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zusammenfassung der Unterschiede zwischen Baptisten und Protestanten. Im allgemeinen wird jeder einer der drei Konfessionen zugeteilt: Wer weder Jude noch Katholik ist, gilt automatisch als Protestant. Von daher werden Baptisten oft zu den\u00a0Protestanten\u00a0gerechnet, was jedoch nicht ganz den Tatsachen entspricht. Protestanten gibt es seit der Reformation im sechzehnten Jahrhundert. 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